„Zudem können die Modelle, die wir aus den CT- und MRT-Aufnahmen der Patienten erstellen, auch mit chirurgischem Nahtmaterial genäht werden. Damit haben wir ein sehr realistisches Abbild. Das ist besonders für die Lehre, aber auch die Ausbildung der Assistenzärzte hilfreich“, sagt Dr. Linda Grefen. „Wir können mit der Polyjet-Technologie bis zu 14 Mikrometer dünne Schichten drucken.“ Hinzu kommt, dass auch farbig gedruckt werden kann, um einzelne Teile besser unterscheiden bzw. erkennen zu können.
Modelle des Aortenbogens können im Vorfeld einer OP dazu beitragen, den Strömungsverlauf des Blutes zu prüfen, um zu sehen, ob das spätere Implantat sicher im Patienten funktioniert. Gleiches gilt für Herzklappen. Bevor man allerdings Menschen behandelt, sind Versuche im Großtiermodell nötig. Hier hat sich insbesondere das Schwein als physiologisch und anatomisch geeignet erwiesen. Deshalb ist das ICON von derart großem Vorteil, bestätigt Prof. Markus M. Lerch: „In diesem Translationsgebäude, das zu je 50 Prozent vom Freistaat Bayern und vom Bund finanziert worden ist, können die notwendigen Untersuchungen vorgenommen werden.“ Tanja Schorer-Dremel, die in Vertretung von CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek an der Veranstaltung teilgenommen hat, sagt: „Im ICON kommen medizinische Spitzenforschung und konkrete Patientenversorgung zusammen.“ Und sie lobt Klaus Zeeh. „Was Sie hier an Zukunft ermöglichen, ist außergewöhnlich.“
So sieht das auch Klinikdirektor Prof. Christian Hagl: „Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, wie intensiv sich Herr Zeeh nach seiner altruistischen Spende mit dem 3D-Druck und der Ultraschallbildgebung auseinandergesetzt hat. In den Gesprächen spürt man sofort die tiefe Weisheit und Lebenserfahrung des Alters, die er mitbringt. Seine Begeisterungsfähigkeit und seine klugen Fragen haben meine jungen Forscher nicht nur motiviert, sondern auch menschlich tief beeindruckt.“