Über uns

Unsere Vision: Präzisions-Zell- und Gentherapie

Erkrankungsübergreifend, biomarkergesteuert, translational.

Unser Auftrag

Zell- und Gentherapien verändern zunehmend die Behandlung von Erkrankungen in ganz unterschiedlichen Fachgebieten – von Blutkrebs über Autoimmunerkrankungen und angeborene Erkrankungen des Blutes bis hin zu Augenerkrankungen. 

Das Munich Center for Cell and Gene Therapy bündelt dafür vier Aufgaben am LMU Klinikum in einer Struktur:

  • Klinische und wissenschaftliche Expertise in der Anwendung dieser Therapien
  • Ein Netz aus Fachdisziplinen für den Umgang mit ihren Nebenwirkungen
  • Forschung, die neue Therapieansätze vorbereitet – von der Erweiterung bestehender Wirkstoffe auf neue Indikationen bis zur Entwicklung komplett neuer Verfahren
  • Eine Plattform für interdisziplinäre wissenschaftliche Kooperationen und klinische Studienaktivitäten, die Synergien zwischen den beteiligten Fachbereichen schafft

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Munich Center for Cell and Gene Therapy

Leitung: Prof. Dr. med. Marion Subklewe

 Marchioninistraße 15
81377  München

Sekretariat: Stefanie Grießhammer

Mehr über das Zentrum

Am LMU Klinikum begann die CAR-T-Zelltherapie 2018 mit der ersten Zellentnahme, Anfang 2019 erhielt der erste Patient seine Infusion. Daraus hat sich ein Programm entwickelt, in dessen Rahmen die in Europa zugelassenen CAR-T-Therapien zur Anwendung kommen. Bis Mitte 2024 konnten bereits mehr als 150 Patientinnen und Patienten so behandelt werden. Parallel entstand eine eigene Arbeitsgruppe für Therapiesicherheit, deren Ergebnisse heute in Behandlungsempfehlungen im In- und Ausland stehen.

Im Juli 2026 wurde aus diesem Programm ein Zentrum: MCCG Munich Center for Cell and Gene Therapy – gegründet von fünf Kliniken und Abteilungen des LMU Klinikums. Es führt eigene Studien durch, setzt Zell- und Gentherapien in enger Zusammenarbeit mit der Transfusionsmedizin um und öffnet anderen Arbeitsgruppen den Weg in die klinische Anwendung. Im Herbst 2026 kommt die Gentherapie bei Beta-Thalassämie und Sichelzellkrankheit hinzu.

Kein Fach behandelt Zell- und Gentherapien allein. Im Zentrum arbeiten Hämatologie und Onkologie, Transfusionsmedizin, Klinische Pharmakologie, Kinderheilkunde und Augenheilkunde zusammen, dazu Neurologie, Radiologie und Nuklearmedizin. Besonders eng ist derzeit die Zusammenarbeit mit der Rheumatologie der Medizinischen Klinik IV, der Neuroimmunologie, der Pneumologie, der Dermatologie, der Augenheilkunde und der Nephrologie. Ob eine Therapie infrage kommt, klärt vor Behandlungsbeginn ein interdisziplinäres Indikationsboard.

Wie weit diese Zusammenarbeit reicht, zeigen mehrere Beispiele: Am Zentrum erfolgte weltweit erstmals der Einsatz eines T-Zell-Engagers im Rahmen einer Compassionate-Use-Anwendung bei systemischer Sklerose (Magno et al., EJC). Bei Antiphospholipid-Syndrom und Immunthrombozytopenie kam dieser Ansatz ebenfalls zum Einsatz, veröffentlicht im New England Journal of Medicine (Gottschlich et al., NEJM 2026).

Die Immuno Task Force ist eine multiprofessionelle Gruppe aus Ärztinnen, Ärzten und Pflegenden, die sich der Sicherheit dieser Therapien widmet. Zu ihr gehört auch die Psychoonkologie. Sie schätzt vor der Behandlung individuelle Risiken ein, begleitet die Therapie und bleibt nach der Entlassung Ansprechpartnerin für Patienten und weiterbehandelnde Ärzte. 

Aus ihrer Arbeit stammt der CAR-HEMATOTOX-Score, den Dr. Kai Rejeski gemeinsam mit Prof. Marion Subklewe am LMU Klinikum entwickelt hat. Er schätzt vor Therapiebeginn das Risiko für anhaltende Blutbildveränderungen ab und wird international verwendet. Die Gruppe hat die Onkopedia-Leitlinie zur CAR-T-Zelltherapie federführend verfasst und an internationalen Konsenskriterien mitgewirkt.

Für Ärztinnen und Ärzte hat das Team die kostenlose App myTcell entwickelt. Sie hilft, Nebenwirkungen von CAR-T-Zelltherapien und T-Zell-Engagern einzustufen, und gibt Hinweise zu ihrer Behandlung. 

Das Zentrum führt eigene Studien durch, von der präklinischen Entwicklung bis zur prüferinitiierten klinischen Prüfung, gefördert unter anderem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bayerische Zentrum für Krebsforschung und die Bruno und Helene Jöster Stiftung. Frühe klinische Studien laufen über die Early Clinical Trial Unit der Medizinischen Klinik III unter der Leitung von Dr. Veit Bücklein. Dieselbe Infrastruktur steht Arbeitsgruppen innerhalb und außerhalb des Klinikums offen, die eigene Verfahren in die Klinik bringen wollen.

Netzwerke und Nachwuchs

Das Zentrum kooperiert mit dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung und dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung. Über die europäische GoCART-Initiative der Fachgesellschaften EBMT und EHA ist es in die Zusammenarbeit europäischer Zelltherapiezentren eingebunden.

Seit 2026 bietet das Zentrum ein Hospitationsprogramm für Ärztinnen und Ärzte aus Zentren an, die eine eigene CAR-T-Zelltherapie aufbauen. Initiiert haben es Prof. Marion Subklewe und Prof. Martin Dreyling, finanziell unterstützt wird es durch GoCART. Der erste Gast kam im März 2026 aus Polen, für Januar 2027 ist ein Gast aus der Türkei angekündigt.